Freitag, 2. Januar 2026

Review: Better Wacht Out - 2016

Der 12-jährige Luke sitzt einen entspannten Abend mit seiner Babysitterin Ashley aus – zumindest glaubt man das. Flirten, Weihnachtsidylle, suburbane Sicherheit. Doch dann kippt die Nummer. Ein Eindringling taucht auf, die Situation eskaliert und plötzlich sind die beiden auf sich allein gestellt. Home Invasion, Panik, Überlebenskampf.

Nach gut 30 Minuten dachte ich mir ehrlich: Was zum Teufel schaust du dir hier schon wieder an? Der x-te Babysitter-Coming-of-Age-Home-Invasion-Abklatsch? Doch dann reißt Better Watch Out das Ruder brutal herum. Regisseur Chris Peckover zieht den Teppich unter den Füßen weg und serviert einen Twist, der selbst abgeklärten Genrehasen das Grinsen einfriert. Kein Zufall: Peckover nennt Kevin – Allein zu Haus als Inspiration – und genau dieser Gedanke wird hier pervertiert und in blanken Terror überführt.

Thematisch geht’s knallhart ums Erwachsenwerden – aber auf zwei komplett gegensätzlichen Ebenen. Ashley steckt an der Schwelle: Kindheit vorbei, Verantwortung da, Erwachsensein ungeliebt, aber unausweichlich. Luke hingegen fühlt sich längst als Mann, ohne es auch nur ansatzweise zu sein. Dieses Aufeinanderprallen in Extremis treibt den Film gnadenlos voran. Und das alles mit kleinem Budget, als Indie ohne großes Marketing – dafür mit umso mehr Kreativität und Biss.

Der Film lebt massiv vom Spiel der beiden Hauptdarsteller. Levi Miller läuft hier komplett auf Hochtouren und liefert eine Performance, die gleichzeitig verstört und fasziniert. Olivia DeJonge ist das emotionale Gegengewicht – unglaublich präsent, selbst dann, wenn sie kaum sprechen darf. Wie viel sie allein über Blick, Körpersprache und Stille transportiert, ist schlicht beeindruckend.

Die Kills sind präzise gesetzt, clever geschnitten und gerade deshalb so effektiv, weil die Kamera oft wegbleibt. Das Kopfkino erledigt den Rest – und das tut mehr weh als jede explizite Gore-Orgie. Die Spannung hält bis über den Abspann hinaus, kein Durchhänger, kein Gnadenmoment.

Fazit

Better Watch Out ist ein bösartiger, intelligenter Home-Invasion-Film mit Coming-of-Age-Biss, der Erwartungen gezielt unterläuft und konsequent gegen den Strich bürstet. Stark gespielt, kreativ inszeniert und fies bis zum Schluss. Ein Genre-Treffer, der deutlich mehr ist als er zunächst vorgibt – und einer der unangenehm befriedigendsten Horrorfilme seiner Art.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bring out the Fear - 2021